
Die Psyche und die Kunst
Inspiriert von der Skulptur „Psyche“ Antonio Canovas (1793) entwickelte die freischaffende Künstlerin Gina Bauschert das visuelle Design des Studio Kunst & Psyche.
Canovas Darstellung der Psyche steht exemplarisch für den Übergang zwischen den Kunstepochen des Klassizismus und der Romantik und verbindet so die Liebe zur antiken Mythologie mit einer einer romantischen Darstellung von Verletzlichkeit, seelischer Bewegung und innerer Zustände.
Sigmund Freud (1856—1939) bediente sich freimütig bei den Begrifflichkeiten des Altertums und der grichischen Mythologie für seine gerade neu entstehende Wissenschaft und der Erforschung der Menaschlichen Seele
Zentrale Konzepte seiner berühmten Trieblehre sind Libido und Thanatos. Mit Libido bezeichnete Freud die psychische Energie aller lebensbejahenden Impulse, Thanatos steht demgegenüber für destruktive und aggressive Tendenzen im Menschen. Den Begriff Psyche verwendete Freud dabei bewusst in Anlehnung an seine ursprüngliche Bedeutung als Bezeichnung für die Seele in ihrer Gesamtheit, also für das Zusammenspiel bewusster und unbewusster Prozesse.
Das Konzept von Anima und Animus wurde später von Carl Gustav Jung (1875—1961) entwickelt. Der Begriff bedeutet im lateinischen Geist, Seele, Mut oder innere Haltung.
Im Zentrum all dieser Konzepte und Überlegungen steht der menschliche Geist, die Seele und ihre Entwicklung.
In der griechischen Mythologie ist Psyche eine sterbliche Frau, die eine Abfolge anspruchsvoller Prüfungen bestehen muss um Unsterblichkeit zu erlangen um mit ihrem Geliebten, Eros, vereint sein zu können.
Sie ordnet das Unübersichtliche, nähert sich gefährlichen Kräften mit Umsicht, schöpft aus schwer zugänglichen Tiefen und steigt in die Unterwelt hinab. Diese Stationen stehen sinnbildlich für innere Klärung, das Ringen mit widerstreitenden Impulsen, die Bereitschaft zur Wandlung und für die stille Bewegung hin zu einem tieferen Selbst.
Der Name Psyche bedeutet Atem, Hauch oder Seele und verweist auf den Prozess, in dem Erfahrung, Bewusstsein und innere Bewegung zu einer neuen Form finden.
Kunst und Psyche sind untrennbar miteinander verbunden. Kunst macht innere Prozesse sichtbar, verleiht dem Unsichtbaren und Ungesagten Gestalt und eröffnet Möglichkeiten, seelische Bewegung sich selbst und anderen erfahrbar zu machen. Jede künstlerische Form ist Ausdruck einer inneren Bewegung. Zugleich ist empirisch belegt, dass bereits das Betrachten von Kunst emotionale und kognitive Resonanzprozesse in uns auslöst.
Die Seele bedarf der Gestaltung, Kunst der inneren Resonanz – das eine ist ohne das andere nicht denkbar.